Dienstag, 2. Mai 2017

Sehr launischer April



Das der April als ein außerordentlich wechselhafter und sehr launischer Monat gilt, ist eigentlich nichts Besonderes. Aber dieses mal zeigte der vergangene Monat eine ganze Palette von Wetterereignissen, die von sommerlichen Temperaturen bis zu einem späten Wintereinbruch mit regional dramatischen Folgen für die Landwirtschaft reichte.  Dabei sah die erste Hälfte des Monats ganz passabel aus. Aneinandergereihte Hochs mit Namen wie NESSA, ORTRUD oder PIA über Mitteleuropa, ließen Freiraum für große Hoffnungen auf einen schönen April mit viel Sonnenschein. Tatsächlich reichte es für ganze 183 Stunden Sonne, was ein Überschuss von 29 Stunden gegenüber dem langjährigen Mittel bedeutet. Auch die Temperaturen in der ersten Hälfte des Monats blieben meistens über dem Durchschnitt. Am 10.April stieg das Quecksilber sogar auf sommerliche 25,6°C. Auch die Tage danach vom 11. bis zum 15.4. ließen Platz für reichlich Sonne mit Hoch QUERIDA und Temperaturen zwischen 15 und 21°C. In den Wettermodellen deutete allerdings schon Tage zuvor alles auf eine Rückkehr des Winters hin. So rutschte ein kaltes Höhentief mit Temperaturen bis -40°C in fünfeinhalb Kilometer Höhe vom Nordpolarmeer immer weiter nach Mitteleuropa vor. Bodennah machte sich dies durch einen gestaffelten Kaltlufteinbruch erst mit Tief QUENTIN und anschließend mit Tief REINER bemerkbar. Letzteres sorgte dann für die winterlichen Verhältnisse mit Schnee und Graupelschauern bis ins Flachland. In den höher gelegenen Regionen sorgte der späte Wintereinbruch für teils chaotische Verhältnisse. Schneebruch an Bäumen und Eisglätte auf den Straßen haben auch Autofahrer kalt erwischt. Nachts fielen dann die Temperaturen vielerorts unter dem Gefrierpunkt. Die kälteste Nacht mit – 3,9°C und -5°C über dem Boden war vom 19. auf 20. April. Durch die vier Frosttage erlitten vor allem Obstbauern und Winzer herbe Verluste, teils bis zu 100 Prozent. Dabei sind derartige Kaltlufteinbrüche in den mittleren Breiten zu dieser Jahreszeit immer möglich. Ein Blick auf die Statistik verrät, dass es den kältesten April in der mittleren Neckarregion im Jahre 1973 gegeben hat, mit einer Durchschnittstemperatur von 6,4°C. Gegenüber dem monatlichen Mittel war dieser um 2,6°C zu kalt. Hier wurde am 11.April noch eine satte Schneedecke von 12 Zentimetern gemessen.  Der zu milde März in diesem Jahr hat die Vegetation sehr früh vorangebracht, weshalb es durch den späten Winterrückfall dann zu den hohen Frostschäden und imensen Verlusten gekommen ist. Den wärmsten April gab es dagegen 2007 mit einem Monatsmittel von 14,2°C. Und in diesem Jahr präsentierte sich der April mit einer durchschnittlichen Temperatur von 9,07°C und einem Minus von 1,03°C vom langjährigen Monatsmittel, als ein zu kühler Monat. Bundesweit war der April mit einer Monatsmitteltemperatur von nur 7,5°C sogar der kälteste seit 16 Jahren. Trotz hohen Luftdrucks am Boden drehte zunächst noch ein Kaltlufttropfen in der Höhe über Deutschland seine Runden, weshalb es in der letzten Dekade immer wieder zu Regenschauern kam. Obwohl das Wetter sehr wechselhaft war und auch des öfteren nass wurde, fielen insgesamt nur 33,2 Liter auf den Quadratmeter. Das sind gerade einmal nur 61,4 % der sonst üblichen Menge an Niederschlag, weshalb der April 2017 als zu trocken hervorgeht. Noch trockener war es 2007 mit nur 0.2 Millimeter. Deutlich zu viel regnete es 1968 mit einer erstaunlichen Menge von 121 l/m². Am 29. Und 30. April kehrte mit Hoch SONJA dann die Sonne zurück. Als würde der April wettertechnisch alles wieder gut machen wollen, verabschiedete er sich mit einem sonnigen und warmen Frühlingstag.