Sonntag, 2. Mai 2021

April 2021 zu kalt, zu trocken und sehr sonnig

 

Der April 2021 zeigte sich in diesem Jahr von seiner kalten Seite. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von acht Grad, lag der diesjährige April mit  0,9 Grad unter dem Normalwert, ausgehend vom langjährigen Mittel von 1961 bis 1990. Noch kälter fällt der vergangene April aus, wenn man die neue Langzeitperiode von 1991 bis 2020 heranzieht: Dann wäre dieser um 2,6 Kelvin unter dem Referenzwert ausgefallen. Er nimmt in der Rangfolge der kältesten Aprilmonate Platz 10 ein. War der zweite Frühlingsmonat in den 70er und 80er Jahren noch unter dem Mittelwert oder knapp darüber, so hat es in den letzten 10 Jahren eine Steigerung der Temperaturen gegeben. Auffallend war dabei der April von 2018 mit einem Temperaturüberschuss von 5,35 Grad. Für den kältesten April der vergangenen 40 Jahre muss man allerdings bis in das Jahr 1973 zurückgehen: Mit einer Durchschnittstemperatur von 6,4 Grad, gilt dieser noch als der kälteste seit den Wetteraufzeichnungen.

Der Start in den April hatte gleich mit einer Höchsttemperatur von 25,3 Grad einen Sommertag mit dem Hoch Nicole zu bieten, worauf es kurz danach ab dem 3. April einen Temperatursturz gab. Trotz der vielen Sonnenstunden, auch über die Ostertage, ist Deutschland meist auf der kalten Seite der Hochdruckzonen mit nord-nordöstlichen Strömungen geblieben. Um die Monatsmitte wurde es sogar noch einmal winterlich, als mit arktischen Luftmassen Schnee und Graupelschauer übers Land zogen. Vielerorts rutschten die Temperaturen nachts unter dem Gefrierpunkt. In Meßstetten beispielsweise auf der Schwäbischen Alb, sank die Temperatur am 6.4. auf minus 13,6 Grad.  Das tiefste Temperaturminimum in Esslingen mit minus 2,9 Grad ist am 14. April gemessen worden. Am Boden in fünf Zentimeter Höhe waren es minus 7,8 Grad. Insgesamt wurden acht Frost – und 23 Tage mit Bodenfrost gezählt.  


 

Während am Boden oft hoher Luftdruck vorherrschte, nahmen Tröge in fünf Kilometer Höhe mit Temperaturen von unter minus 35 Grad beinahe den gesamten mitteleuropäischen Raum ein, was schließlich zu den unterkühlten Temperaturen auch in den bodennahen Luftschichten führte.

Ab dem 23. April sorgte dann das Hoch Sandra für reichlich Sonne und teils wolkenlosen Himmel. Dies hatte allerdings auch eine unangenehme Seite zur Folge: Denn mit der einströmenden Kontinentalluft trocknete nicht nur die Luft aus, auch in den Böden fehlte das Wasser. Mit einer gesamten Niederschlagsmenge von 33,2 Liter pro Quadratmeter wurden lediglich 61,9 Prozent des Normalwertes erreicht. Dabei fiel Niederschlag an 14 Tagen mit der höchsten Menge von 8 Millimetern am 12. April.

Trotz des kühlen Aprils hatte es ausreichend Sonne gegeben. Diese schien während der wolkenlosen Tage bis zu den maximal 13 Stunden. Und in der Summe waren es am Ende des Monats 218,4 Stunden und somit 129,4 Prozent.

Die Umstellung der Wetterlage erfolgte dann am vorletzten Tag des Aprils 2021 mit dem Tief Christian, das von Südwesten den Dauerregen brachte.

Donnerstag, 8. April 2021

Temperatur-Achterbahn geht weiter

 

Zunächst sei gesagt, dass ein Wintereinbruch im April in unseren Breiten nichts ungewöhnliches ist. Auch die Schneemengen, die mancherorts – vor allem im Allgäu – gefallen sind, sind statistisch gesehen, keine Besonderheit. In der Vergangenheit hat es durchaus größere Mengen an Schnee und kältere Aprilmonate gegeben.  

 
 

Der kälteste April mit einer durchschnittlichen Temperatur von 6,4 Grad, ist nach wie vor der von 1973. Die erste Dekade kommt an den 73er April schon sehr nahe: Die liegt derzeit bei 6,3 Grad. Die ersten Tage des Aprils sind also tatsächlich um minus 2,61 Grad zu kalt, gegenüber dem langjährigen Klima-Mittel von 1961 - 1990 .

Der meteorologische Frühling hat am 1.3. begonnen und ist bisher auch deutlich zu kalt. Das jahreszeitliche Mittel liegt derzeit bei 6,2 Grad und damit fast 4 Grad unter der üblichen Frühjahrstemperatur.

Der Grund für die Kaltlufteinbrüche liegt wie immer in der oberen Troposphäre. Durch die starke Mäandrierung des Polar-Jetstreams (der ungefähre Verlauf wird hier auf der Grafik rot dargestellt und befindet sich in 10 km Höhe ) sind ein Stockwerk tiefer, in fünfeinhalb Kilometer Höhe, dem Steuerungsniveau unseres Wetters, Ausbuchtungen sichtbar.  Tröge, die nach unten reichen sind in der Regel mit Tiefdruck und Niederschlägen verbunden. Überspannt nun so ein Trog Mitteleuropa dann kann es zu der Jahreszeit auch mal schneien. Vor allem dann, wenn die Temperatur in dieser Höhe bei minus 35 Grad liegt . Auch ein hoher Luftdruck bedeutet nicht automatisch schönes Wetter wenn sich in der Höhe ein Trog befindet. Das ist auch der Grund, weshalb es trotz Hochdrucklage zu starker Wolkenbildung verbunden mit Niederschlägen in Form von Schauern oder gar Gewittern kommt. Ein Rücken bringt oft Wolkenauflösung und wärmere Luftmassen mit. In der Regel ziehen die Rossby-Wellen von West nach Ost (gelber Pfeil). Je nachdem wie stark der Jetstream nun ausfällt - was wiederum mit den Temperaturdifferenzen zwischen den Subtropen und der Polregion zu tun hat – wandert die Welle mal schneller oder langsamer. Da der Jetstram oft abreisst und nie am Stück um den Erdgürtel verläuft, kann die Westströmung ebenfalls abreißen und so ein Trog tagelang an Ort und Stelle verweilen und so auch für einen regenreichen Sommer sorgen. Die Kehrseite wäre ein Rücken verbunden mit einem Hoch und einer wochenlang anhaltenden Dürre. Da durch die klimatischen Veränderungen die Temperaturdifferenzen in der oberen Troposphäre geringer ausfallen, schwächelt auch der Jetstream. Somit kommt es immer öfter zu der über Tage hinweg konstanten Witterung. Momentan wandern die Rossby-Wellen und somit geht der Wechsel zwischen frühlingshaften und winterlichen Verhältnissen weiter.