Sonntag, 4. Juni 2017

Mai 2017: Anfangs deutlich unterkühlt, am Ende hochsommerlich



Entgegen allen Erwartungen auf viel Sonnenschein und Wärme, hat sich der Mai in den ersten zehn Tagen erst einmal auf kühles und wechselhaftes Wetter eingestellt. Tief UTZ machte den Sonnenhungrigen einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. In den ersten beiden Tagen ist es auch mit 27 Litern auf den Quadratmeter ordentlich nass geworden.  Und es war so kalt, dass es die mittlere Temperatur in der ersten Dekade nicht einen einzigen Tag über den Durchschnittswert des „Wonnemonats“ schaffte, der in der Region Esslingen bei 14,5°C liegt. (siehe letzten Bericht).  Und somit war die erste Dekade im Mai 2017 mit einem Mittelwert von 10,6°C die kälteste die in einem Mai registriert wurde. Der langjährige Rekord lag bisher bei einem durchschnittlichem Wert von 12,1°C. Bis über die Mitte des Monats hinaus sollte es auch unterdurchschnittlich weitergehen. Dazu beigetragen haben die Tiefs WERNER und XANDER, die uns mit einer nordwestlichen Strömung wenig Freiraum auf das erhoffte Frühlingswetter ließen. Erst am 10.Mai sorgte ein Zwischenhoch für einen wolkenlosen Himmel und ganze 13 Stunden Sonne. Durch die klare Nacht davor, sank jedoch das Quecksilber bis zum Sonnenaufgang am frühen Morgen des 10.Mai auf frische 1,1°C. Damit wurde auch die niedrigste Temperatur des Monats verzeichnet.  In den Folgetagen ging es dann schrittweise mit den Temperaturen nach oben. Und mit einer Winddrehung auf Südwest standen uns allmählich wärme Tage ins Haus. Die „Eisheiligen“ hatten somit nur noch auf dem Kalender ihre Daseinsberechtigung. Ab der Mitte des Monats ging es mit den Temperaturen sogar steil bergauf. Hoch TILLY sorgte fürs Sommerfeeling. Und Ende Mai brachten die Hochs VESNA und am Vatertag WALRITA die Hitze ins Land. Temperaturen von über 30°C ließen die Kälte von Anfang Mai vergessen. Am 29. Mai stieg das Quecksilber auf hochsommerliche 33,4°C, was schließlich zu einem neuen Tagesrekord führte und den bisherigen Rekord von 31,7°C vom 28. Mai 2005 ablöste.  Am Ende reichte es dann noch für 11 Sommer -und drei heiße Tage. Somit verabschiedete sich der Mai mit einem leichten Temperaturüberschuss von 0,96°C bei einer durchschnittlichen Temperatur von 15,5°C. Wärmer war nur der Mai 2008 mit einer mittleren Temperatur von 16,4°C. Den kältesten Mai gab es 1987 mit einer Durchschnittstemperatur von 10,5°C. Auch wenn es mancherorts wieder unwetterartige Niederschläge zu verzeichnen gab, so fielen mit 76,2 l/m² und 95,4% vom Monatsmittelwert in Esslingen nur geringfügig zu wenig in den Regenpott. Sonne gab es über den Monat hinweg dagegen reichlich: Mit über 218 Stunden wurden überdurchschnittliche 110% des Üblichen erreicht. Noch ein Blick auf dem vergangenen Frühling: Es fällt auf, dass es in der Region deutlich zu trocken ist. Über die vergangenen drei Monate hinweg sind nur 83% an Niederschlag gefallen. Was sich auch in der Wasserbilanz widerspiegelt, hier waren es sogar nur 61% die ins Erdreich versickert sind. Ein deutliches Defizit von 98,6 Millimeter. Bei den Temperaturen reichte es am Ende sogar für ein Plus von 1,9°C vom jahreszeitlichen Mittelwert des meteorologischen Frühlings. Die höchste Temperatur wurde am 29. Mai mit 33,4°C und die tiefste am 20. April mit -3,8°C gemessen.