Sonntag, 6. Januar 2019

Jahres- und Dezemberrückblick 2018: Das wärmste Jahr mit Rekordsommer und viel zu trocken



Das Jahr 2018 hat bisher alle Rekorde gebrochen und gilt nun als das wärmste Jahr seit den regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Zudem kam noch eine außergewöhnliche Trockenheit hinzu. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 11,9 Grad lag diese um 2,42 Grad höher als die für den mittleren Neckarraum gültige Normaltemperatur im langjährigen Zeitraum von 1961 bis 1990. 

 



Bis auf die Monate Februar und März lagen alle anderen Monate deutlich über dem Durchschnitt (siehe Grafik). Nach einem sehr sonnigen Frühling (+3°C) folgte ein ungewöhnlich trockener und sehr heißer Sommer (+2,9°C). Auch im Herbst (+1,5°C) wurden noch 16 Sommer -und 2 Hitzetage gezählt. Insgesamt kamen so 108 Sommer – und 31 heiße Tage am Ende des Jahres zusammen. Die höchste Temperatur mit 35,8 Grad wurde am 31. Juli gemessen. Die niedrigste am 31. März mit minus 8,6 Grad.

Langjährige Werte:

bisher höchste Temperatur
37.7 °C
am
13.08.2003
bisher tiefste Temperatur
-25.6 °C
am
10.02.1956







Es war nicht nur überdurchschnittlich warm, auch die langanhaltende Dürre verursachte erhebliche Probleme. Viele Flüsse waren ausgetrocknet oder führten extremes Niedrigwasser, weshalb der Schiffverkehr deutlich eingeschränkt werden musste.
Mit 483,7 mm Niederschlagswasser sind in der Region nur 72,9 %, ausgehend von der mittleren Niederschlagsmenge, erreicht worden, was ein Defizit von 179,8 Liter auf den Quadratmeter ausmacht. Dabei waren die Monate Januar mit 205,3 % und der Dezember mit 170% überdurchschnittlich nass. Extrem trocken sind die Monate April (23,9 %), Mai (44,3 %) und der November (28,6%) ausgefallen. Demgegenüber stand 2018 eine Verdunstungsmenge von über 950 Liter pro Quadratmeter.

Das vergangene Jahr hatte auch überdurchschnittlich viel an Sonnenstunden zu bieten. Nach 2003 (2249,2 Stunden) ist das Jahr 2018 (2098,9 Stunden – DWD Station auf dem Stuttgarter Schnarrenberg) nun das zweitsonnigste Jahr seit den Wetteraufzeichnungen. An der Wetterstation-Oberesslingen wurden 1923,4 Stunden Sonnenschein registriert.



 




Rückblick Dezember 2018


Nach den vielen trockenen Monaten zuvor, versuchte der Dezember das Wasserdefizit wieder ausgleichen zu wollen. Der Wintermonat erreichte eine überdurchschnittliche Niederschlagsmenge von 170 % (62,9 mm). Den höchsten Tagesniederschlag gab es dabei direkt an Heiligabend mit 14,2 Liter auf den Quadratmeter. Die höchste je gemessene Niederschlagsmenge in einem Dezembermonat wurde 1993 gemessen, mit 127,6 Millimeter. Was auch den höchsten Tagesniederschlag in diesem Monat des Jahres 1993 brachte. Am 20.12. fielen 36,7 lm². 




Nach all den vielen Hochdruckwetterlagen in den Vormonaten, drehte die Großwetterlage Anfang Dezember und atlantische Tiefs hielten Einzug über Mitteleuropa. Durch die überwiegend westliche bis südwestliche Strömung, blieben die Temperaturen gleich in der ersten Dekade deutlich über dem Durchschnitt. Mitte des Monats ging es dann mit den Temperaturen runter und es stellte sich die erste Kälteperiode mit dem ersten Schnee in diesem Winter ein. Die zwei Zentimeter hohe Schneedecke verweilte nur kurz, nachdem die Wetterlage abermals wechselte und es mit einem neuen Tief wieder milder wurde. Während die Witterung noch an Heiligabend traditionsgemäß mild und grün ausgefallen ist, ging es an Weihnachten und in den Tagen danach bis zum 29. Dezember Schritt für Schritt mit den Temperaturen weiter nach unten. Der 30. und 31. Dezember waren dann wieder überdurchschnittlich mild. 

 



So darf der Dezember 2018 mit einer mittleren Temperatur von 4,58 Grad und einer Abweichung von 3,08 als der zweitwärmste Wintermonat in der Region nach 2015 bezeichnet werden. Hier war es mit einer Durchschnittstemperatur von 5,24 Grad exakt 3,47 Grad zu warm. Insgesamt gab es 10 Luftfrost und 22 Bodenfrosttage. Am 3. 12. gab es mit 15,6 Grad die höchste Maximum Temperatur und am 27.12. wurden -4,6 Grad als die tiefste Temperatur des Monats gemessen. 

 




Leider blieb die Erwartung bei der Sonne weit zurück. Mit 22 trüben Tagen war der Himmel fast den ganzen Dezember über wolkenverhangen. Das zeigte sich auch bei den nur 32,2 Sonnenstunden, die damit nur 56,7% erreichten. Noch trüber war es im Dezember 2014 mit 20,4 Stunden Sonne. Am sonnigsten war es 2014 mit 116,5 Stunden.