Sonntag, 21. Februar 2016

Rekordwinter vs. Frühling

Bis zum meteorologischen Frühlingsanfang am ersten März sind es nur noch wenige Tage. Klar ist jetzt schon, dass der Winter 2015/2016 als neuer Rekordwinter in die Geschichte eingehen könnte, möglicherweise als wärmster Winter seit den regelmäßigen Wetteraufzeichnungen von 1901. Die jahreszeitliche Durchschnittstemperatur liegt derzeit bei 4,5°C und damit 3,5°C über dem langjährigen Mittel. Im Winter 2006/2007 lag das Temperaturmittel bei 4,4°C. Ob sich an der Durchschnittstemperatur noch etwas ändert, hängt von der Witterung in den nächsten Tagen ab. Während am Montag die Temperaturen auf frühlingshafte 16°C steigen, sinkt das Quecksilber in der Nacht zu Mittwoch mit einer Kaltfront bis in Gefrierpunktnähe . Im Schlepptau zieht die Front jede Menge kalte Polarluft an, sodass die Schneefallgrenze wieder auf etwa 300 Meter absinkt.  In den mittleren Höhenlagen fallen dann durchaus ein paar Zentimeter Neuschnee.
Das Auf und Ab an Temperaturen liegt an der sehr starken Mäandrierung des Jetstreams in 12 km Höhe. Erst saugen Tiefdruckgebiete mit einer südwestlichen Strömung warme Luftmassen an, kaum zwei Tage später hält die Polarluft bei uns erneut Einzug.

Ein Blick auf die weitere Wetterentwicklung zeigt, dass der Frühling noch auf sich warten lässt. Dabei ist die Vegetation mancherorts schon weit fortgeschritten. Immerhin liegt die Grünlandtemperatur (Erklärung hier:http://www.wetter-esslingen.info/gruen_land.html )bei 134°C. Allerings bleibt das Temperaturniveau bis zum Monatsende sehr verhalten.

Die Grafik zeigt den Polarjet am Samstag 27.2.2016, mit einer weiten Schleife nach Süden. Mitteleuropa bleibt somit auf der kalten Seite.